DIE KURZE ANTWORT
Mehrere Wallboxen können durch ein geeignetes Lastmanagement gemeinsam innerhalb einer vorgegebenen Leistungsgrenze arbeiten. Ein statisches System verteilt ein festes Budget; ein dynamisches kann zusätzlich den aktuellen Gebäudeverbrauch berücksichtigen. Das schafft nicht beliebig mehr Anschlussleistung, nutzt vorhandene Kapazität aber gezielter. Planung, Schutz und Prioritäten müssen zur Elektroinstallation und zum Bedarf der Nutzer passen.
Gleichzeitig angeschlossen ist nicht gleichzeitig voll
Wenn alle Autos über Nacht lange stehen, müssen sie nicht zu jedem Zeitpunkt mit maximaler Leistung laden. Entscheidend ist die insgesamt benötigte Energie bis zur jeweiligen Abfahrt. Sammle deshalb Fahrbedarf und Standzeiten der Nutzer. Eine Planung nur nach der Summe der Geräte-Spitzenleistungen kann den Alltag unnötig teuer abbilden; eine zu knappe Auslegung kann umgekehrt zu fehlender Ladung führen.
Statisch und dynamisch unterscheiden
Beim statischen Konzept ist ein festes Leistungsbudget für die Ladegruppe hinterlegt. Dynamisches Lastmanagement kann die für das Laden freie Leistung abhängig von anderen Verbrauchern anpassen. Dafür werden passende Messung und Kommunikation benötigt. Wie einzelne Autos priorisiert und bei Unterbrechungen wieder aufgenommen werden, unterscheidet sich zwischen Systemen. Lass dir nicht nur den Namen, sondern das tatsächliche Verhalten erklären.
Für den späteren Ausbau planen
In einer Tiefgarage sind gemeinsame Leitungswege, Kommunikationsanbindung, Abrechnung und Verantwortlichkeiten wichtig. Prüfe, welche zusätzlichen Wallboxen künftig eingebunden werden können und ob unterschiedliche Fabrikate unterstützt werden. Auch Netzbetreibersteuerung und Photovoltaik sollten ins Gesamtkonzept passen. Installation und Inbetriebnahme gehören zum Fachbetrieb; einzelne unabhängig montierte Geräte ergeben nicht automatisch ein funktionierendes gemeinsames Lastmanagement.
Mit Energiebedarf beginnen
Angenommen, zwei Fahrzeuge benötigen bis zum Morgen jeweils 15 kWh zusätzliche Energie. Die Planung sollte zeigen, ob die verfügbare Leistung über die Standzeit diese insgesamt 30 kWh einschließlich relevanter Verluste bereitstellen kann. Dieses Bedarfsbeispiel ersetzt keine fachgerechte Berechnung des Hausanschlusses oder der Schutztechnik.
Das nimmst du mit.
- Standzeiten und Energiebedarf aller Nutzer sammeln.
- Statisches und dynamisches Konzept unterscheiden.
- Prioritäten und Ausfallverhalten erklären lassen.
- Erweiterung und Abrechnung von Anfang an mitplanen.
Quellen & Recherche
Grundlage dieses Artikels sind die folgenden Verbraucher-, Fach- und Originalinformationen. Rechenbeispiele sind eigene Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen.
- ADAC: Wallboxen mit Lastmanagement ↗
- VDE: Technischer Leitfaden Ladeinfrastruktur, Version 4 ↗
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen ↗
Recherche: 7. November 2026. Inhalte können sich ändern; maßgeblich sind aktuelle Hersteller-, Anbieter- und Behördenangaben für deinen konkreten Fall. Redaktionelle Arbeitsweise.



